City of God: eine bewaffnete Kindheit
Zwei Jahrzehnte später ist der Film von Fernando Meirelles und Kátia Lund noch immer Faustschlag und Signatur: eine neue Form,…
Der Film, der der Retomada ihr Gesicht gab, ist noch das großzügigste Porträt eines Landes in Bewegung — und der Beweis, dass das brasilianische Kino zurückkehren kann.
Es gibt ein Brasilien, das sich in der Schlange am Bahnhof wiedererkannte: Menschen, die jemandem, der schreiben kann, Briefe diktieren, Namen, die sorgfältig buchstabiert werden, Nachrichten, die vielleicht nie ankommen. Central Station beginnt als reiner Dokumentarfilm — echte Gesichter, Walter Carvalhos Kamera auf Augenhöhe —, bevor er in seine Fiktion einsteigt.
Als der Film 1998 herauskam, lernte das brasilianische Kino nach der Demontage der frühen Jahrzehnthälfte gerade wieder zu existieren. Der Goldene Bär in Berlin und zwei Oscar-Nominierungen — bester fremdsprachiger Film und beste Darstellerin — verkündeten der Welt, dass die Retomada ein Meisterwerk hatte.
Fernanda Montenegro baut Dora, ohne um Erlaubnis zu bitten, unsympathisch sein zu dürfen: eine Frau, die täglich das ganze Land verschluckt und pro Brief abrechnet. Es ist der Junge Josué — Vinícius de Oliveira, beim Schuhputzen entdeckt —, der sie zwingt, den Nordosten und ihre eigene Härte zu durchqueren.
Central Station ist ein Roadmovie, in dem das Ziel weniger zählt als der Absender.
Heute gesehen, spricht der Film unmittelbar in die Gegenwart: Der Oscar für Für immer hier rückte Walter Salles wieder ins Zentrum der Landkarte und schickte das Publikum zurück zu seinem Gründungsfilm. Doras Briefe werden weiter geschrieben.
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Zwei Jahrzehnte später ist der Film von Fernando Meirelles und Kátia Lund noch immer Faustschlag und Signatur: eine neue Form,…