Der Sertão in vier Kapiteln
Im Januar 1999 bewies O Auto da Compadecida, dass brasilianisches Fernsehen populäre Literatur mit der Grammatik des Kinos filmen kann — und zum Schulklassiker wird.
Das brasilianische Fernsehen konnte immer adaptieren; so gut übersetzen konnte es selten. O Auto da Compadecida, die von Guel Arraes inszenierte Miniserie, nahm Ariano Suassunas Vers und fand ein audiovisuelles Äquivalent dafür: schneller Schnitt, kurze Einstellungen, das Timing der Volkskomödie unter dem Licht des Nordostens.
Matheus Nachtergaele und Selton Mello machen aus João Grilo und Chicó ein Duo von millimetergenauer Präzision, und Fernanda Montenegro verleiht der Muttergottes die sanfte Autorität einer, die alles gesehen hat. Das Jüngste Gericht, zwischen dem Teufel und der Gottesmutter, wurde nationales Zitat-Erbe.
Vom Programmplatz in die Geschichte
An vier Abenden im Januar 1999 ausgestrahlt, wurde die Miniserie neu montiert und 2000 im Kino gezeigt — ein seltener Weg, aus dem Programm in den dunklen Saal, der viel über den formalen Anspruch von Guel Arraes’ Einheit sagt.
Sie heute wiederzusehen, auf DVD oder auf den Plattformen, heißt zu erkennen, wie viel Fernsehen leisten kann, wenn es sein Publikum wie das Publikum des Volkstheaters behandelt: mit Respekt für dessen Intelligenz und Lust auf Erfindung. Der Nordosten von Taperoá läuft weiter — in der Erinnerung.
Suassuna im Regal
Als Amazon-Partner verdient Yesterday on TV an qualifizierten Verkäufen. So funktioniert es.
Preise und Verfügbarkeit sind im Shop zu prüfen. Artikel ohne Link warten noch auf Eintragung.